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Erdgas und Flüssiggas werden bis 2018 steuerlich begünstigt
Der Deutsche Bundestag hat am 29. Juni 2006 beschlossen, die Steuerbegünstigung für die Alternativ-Kraftstoffe Erdgas und Flüssiggas bis zum Jahr 2018 festzulegen. Wie der Deutsche Verband Flüssiggas e. V. (DVFG) meldete, wird damit eine seit mehreren Jahren andauernde Unsicherheit über die weitere Förderung von Autogas durch das gemeinsame Votum der Koalitionsfraktionen beendet.

Flüssiggas aus nachwachsenden Rohstoffen
Flüssiggas muss nicht zwangsläufig ein fossiler (und damit endlicher) Energieträger sein. Es wird mittel- bis langfristig möglich sein, flüssige Kohlenwasserstoffe wie Propan und Butan auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Aus fester Biomasse, also beispielsweise Brennholz, Stroh, Bioabfall oder Schilf, lässt sich in einer so genannten Biomass-To-Liquids-Produktion (BTL) ein Synthesegas gewinnen, das in einem weiteren Verfahrensschritt in Flüssiggas umgewandelt wird. Die bestehenden Infrastrukturen für Lagerung, Transport und Vertrieb werden auch für das biogene Flüssiggas ohne Einschränkungen nutzbar sein.
Der DVFG hat jetzt eine „Machbarkeitsstudie zur Erzeugung von Flüssiggas aus Biomasse“ beim ATZ Entwicklungszentrum (Sulzbach-Rosenberg) in Auftrag gegeben. Diese Grundsatzstudie soll die technischen Möglichkeiten der Biomasse-Vergasung zu Flüssiggas ermitteln, bewerten und die jeweilige Wirtschaftlichkeit abschätzen.
Für großes Aufsehen in Fachkreisen sorgte zudem erst vor kurzem eine wissenschaftlicher Zufallsfund: Meeresforscher entdeckten vor der Küste Südamerikas, dass die Entstehung dortiger Propanvorkommen unter dem Meeresboden auf bisher unbekannte Stoffwechselprozesse mit Mikroorganismen zurückzuführen sind. Offensichtlich kennt also die Natur bereits seit Millionen von Jahren eine Möglichkeit, auf biologischem Wege Flüssiggas zu produzieren, das nicht an die Existenz von Erdöl und Erdgasen gebunden ist. Noch sind die Wissenschaftler von einer praktischen Verwertung dieser Erkenntnisse weit entfernt, aber es laufen bereits Laborversuche, in denen die chemischen Abläufe nachgebildet werden sollen.
Nicht erst in abstrakten Zukunftsszenarien, sondern bereits hier und heute spielt die Antriebsenergie Autogas ihre ökologischen Potenziale aus. So betrug die CO2-Minderung, die im Jahr 2006 in Deutschland aus der Nutzung von Autogasfahrzeugen resultierte, rund 125.000 Tonnen. Das für den Verlauf des Jahres 2007 prognostizierte Wachstum auf 160.000 Autogas-Fahrzeuge wird den Schadstoffausstoß während dieses Zeitraums um weitere 195.000 Tonnen CO2 reduzieren. Damit leisten Autogas-Fahrer ihren Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung in einer Größenordnung, von der die anderen Alternativ-Kraftstoffe noch weit entfernt sind. Wichtig für die ökologische Relevanz ist natürlich auch, dass das Antriebskonzept Autogas kein deutscher Alleingang ist, sondern dem Vorbild vieler europäischer Nachbarstaaten folgt. 
Kostenentlastung für Pflegedienst-Fuhrpark: Diakonie Gütersloh setzt auf Autogas-Fahrzeuge
Wo viel gefahren wird, wird viel verbraucht: Bei den Fuhrparks von gewerblichen Betrieben, Taxiunternehmen, Transport-Diensten oder sozialen Einrichtungen fällt die Kostenexplosion der Kraftstoffpreise besonders ins Gewicht. Immer häufiger setzen deshalb in letzter Zeit die verantwortlichen Flotten-Manager auf alternative Kraftstoff-Varianten. Ein aktuelles Beispiel aus Gütersloh zeigt, in welchem Maße der Einsatz von Flüssiggas die Kosten-Effizienz einer Flotte verbessern kann. Und dass Ökonomie und Ökologie sich in diesem Fall auf vorbildliche Weise ergänzen. Ein zukunftsfähiger und zukunftsweisender Weg!“ So nennt Hergen Bruns, geschäftsführender Vorstand der Diakonie Gütersloh, die Umstellung der Diakonie-Fahrzeugflotte auf den kostengünstigen Autogasbetrieb. 26 flüssiggasbetriebene Neu-Fahrzeuge vom Typ VW Polo werden seit Januar dieses Jahres Schritt für Schritt in Betrieb genommen. Ausgeliefert werden sie von einem ortsansässigen VW-Händler, umgerüstet von der Kfz-Werkstatt des Diakonischen Werks Minden, das auf diesem Gebiet schon länger Erfahrungen sammeln konnte.
Betriebskostenersparnis
Auf der Basis dieser Erfahrungswerte rechnet sich die Diakonie Gütersloh für ihre Flotte eine jährliche Betriebskostenersparnis von über 12.500 Euro aus. „Der Kostendruck in der Pflege ist ohnehin sehr groß. Wir möchten dieses Geld lieber für die persönliche Zuwendung in der Pflege und für die Sicherung unserer hohen Pflegequalität verwenden“, so Hergen Bruns zu den betriebswirtschaftlichen Überlegungen. Ebenso wichtig ist ihm aber der Aspekt der Umweltverträglichkeit durch das emissionsarme Autogas: „Im Vergleich mit der EURO-4-Norm werden die Schadstoffwerte im Durchschnitt um 80 Prozent unterschritten – und das ohne Leistungsverlust oder andere Unannehmlichkeiten. Die Bewahrung der Schöpfung ist uns neben und in unserem diakonischen Auftrag ein wichtiges Anliegen.“ Obwohl es auch ein Angebot der örtlichen Stadtwerke für die Unterstützung einer Erdgasflotte gab, hat die Diakonie sich bewusst für den Einsatz von Flüssiggas entschieden. Ausschlaggebend dafür waren nach Auskunft von Hergen Bruns die Zuverlässigkeit und der kontinuierlich hohe Qualitätsstandard dieser Kraftstoffart. Bei Erdgas, so Bruns, leide die Antriebstechnik unter Schwankungen in der Gasqualität, wodurch der Fahrbetrieb wartungsintensiver werde. Da zahlreiche pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in der Region auf den regelmäßigen Besuch der Pflegedienst-Mitarbeiterinnen angewiesen seien, könne man sich eine Häufung unerwarteter Ausfälle im Fahrbetrieb nicht erlauben. 
Gasantrieb ist erste Wahl bei Spar-Plänen
Wenn es um private Sparmaßnahmen im Straßenverkehr geht, können sich die spritpreis-gebeutelten Fahrer am ehesten den Umstieg auf ein gasbetriebenes Fahrzeug vorstellen – wegen der deutlich günstigeren Kraftstoffkosten. Bei einer Umfrage im Auftrag des Fachmagazins „Autohaus“ bekam dieser Schritt mit 59,2 Prozent die meisten Stimmen unter allen denkbaren Alternativen zum teuren Benzintanken. Schon ziemlich abgeschlagen auf Platz zwei landet mit 39 Prozent die Fortbewegung per Fahrrad oder zu Fuß, knapp gefolgt vom Fahren mit Biodiesel-Fahrzeugen (37 Prozent). Für Fahrgemeinschaften als Dauerlösung können sich 29,1 Prozent der Autofahrer erwärmen, für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ergab die Umfrage, die Mehrfachnennungen zuließ, eine Bereitschaft von 28,4 Prozent. 
Preisrabatt bei der Kfz-Versicherung
Der Umstieg auf den schadstoffarmen Kraftstoff Autogas macht nicht nur das Tanken billiger. Auch die Kfz-Versicherung kann bei Fahrzeugen mit Gasantrieb niedriger ausfallen. So bietet z. B. die Gerling-Versicherung einen besonderen Öko-Tarif: Bei bivalenten PKWs, die sowohl mit Benzin als auch mit Gas betrieben werden, gibt es einen Nachlass von zehn Prozent auf Haftpflicht- und Kaskoprämie. Monovalenten Fahrzeugen mit alleinigem Gasantrieb werden sogar 15 Prozent erlassen. Die Kfz-Versicherung von Ontos gewährt einen Rabatt von fünf Prozent für Gasfahrzeuge. 
Hinterm Horizont geht’s weiter...
Ein entscheidendes Plus für private wie gewerbliche Fahrer ist die internationale Mobilität: Mit Autogas endet das günstige Fahren nämlich nicht an der deutschen Grenze. Weil sich in zahlreichen europäischen Ländern Autogas schon seit Jahren als wirtschaftliches und schadstoffarmes Fahr-Konzept durchgesetzt hat, ist das Tankstellennetz dort sogar bereits viel dichter als in Deutschland.
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